Zeittafel 1945-1949




1945

 

7./9. Mai

"Bedingungslose Kapitulation" der deutschen Wehrmacht: Ende des Dritten Reichs.

 

5. Juni

Die Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte treten in Berlin erstmals zusammen und bilden den Alliierten Kontrollrat: Das Deutsche Reich wird in vier Besatzungszonen aufgeteilt.

 

8. Juni

Für das amerikanische Besatzungsgebiet Nordbaden wird ein Landeskommissariat gebildet.

 

13. Juni

Die französische Militärregierung richtet in Stuttgart eine württembergische Landesverwaltung ein.

 

1. Juli

James Francis Byrnes wird zum US-Außenminister ernannt.

 

8. Juli

Ablösung des Détachement Francais de Gouvernement Militaire de Stuttgart durch das amerikanische Regional Military Government.

 

17. Juli - 2. August

Postdamer Konferenz: Einigung der Siegermächte hinsichtlich der Behandlung des Deutschen Reiches (u.a. Entmilitarisierung, Entnazifizierung, Hinführung zur Demokratie).

 

30. Juli

Erste Sitzung des Alliierten Kontrollrates in Berlin, bestehend aus den vier Oberbefehlshabern, ihren Vertretern und einem Koordinationsausschuß.

 

6. und 9. August

Abwurf von Atombomben durch die USA auf Hiroshima und Nagasaki. Japan kapituliert am 2. September: Ende des Zweiten Weltkriegs.

 

19. September

Die amerikanische Militärregierung legt die Errichtung der Länder der Amerikanischen Zone fest: Zusammenfassung von Nordwürttemberg und Nordbaden zum Land Württemberg-Baden, ferner Groß-Hessen und Bayern. Reinhold Maier (DVP) wird zum Ministerpräsidenten von Württemberg-Baden bestimmt. Regierungssitz wird Stuttgart.

 

16. Oktober

Errichtung des Staatssekretariats für das französisch besetze Gebiet Württemberg-Hohenzollern. Vorsitzender (später Präsident) wird Staatsrat Karl (Carlo) Schmid (SPD).

 

17. Oktober

Einsetzung des Länderrats, einer ständigen Konferenz der Ministerpräsidenten der Länder der Amerikanischen Besatzungszone, in Stuttgart.

 

24. Oktober

Die Charta der Vereinten Nationen tritt in Kraft.

 

20. November

Beginn des Prozesses gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärtribunal in Nürnberg.

 

20. Dezember

Dem Landesbezirk Baden wird durch ein Statut innerhalb des Landes Württemberg-Baden weitgehende Autonomie gewährt.

 

 

1946

 

16. Januar

Eröffnung der Vorläufigen Volksvertretung für Württemberg-Baden in Stuttgart.

 

27. Januar und 26. Mai

Kommunalwahlen in den Gemeinden Württemberg-Badens. Im März und April werden außerdem Land- und Kreisräte gewählt.

 

10. - 15. Februar

Erste Vollversammlung der Vereinten Nationen in London.

 

25. Mai

Der Stellvertretende US-Militärgouverneur, General Lucius D. Clay, verkündet die Einstellung der Reparationslieferungen aus der amerikanischen Besatzungszone an die UdSSR.

 

30. Juni

Allgemeine Wahlen zur Verfassunggebenden Landesversammlung für Württemberg-Baden.

 

10. Juli

Auf der zweiten Außenministerkonferenz in Paris fordert Sowjet-Außenminister Molotow die Einheit Deutschlands.

 

6. September

"Rede der Hoffnung" des US-Außenministers James F. Byrnes in Stuttgart in Anwesenheit der Ministerpräsidenten aus den Ländern der amerikanischen Besatzungszone.

 

30. September - 1. Oktober

Verkündung der Urteile in den "Nürnberger Prozessen" gegen die Hauptkriegsverbrecher. Weitere Prozesse gegen Einzelorganisationen und -personen folgen.

 

24. Oktober

Die Verfassunggebende Landesversammlung nimmt die Verfassung von Württemberg-Baden an.

 

24. November

Wahl zum Ersten Landtag von Württemberg-Baden. Anfang Dezember tritt der Landtag erstmals zusammen. In einem Volksentscheid stimmten 86 % der Wähler für die Annahme der Verfassung. Sie tritt am 28. November in Kraft.

 

 

1947

 

1. Januar

Das am 2. Dezember von den Außenministern Byrnes und Bevin unterzeichnete Bizonen-Abkommen, das den Zusammenschluß der Britischen und Amerikanischen Zone zum "Vereinigten Wirtschaftsgebiet" vorsieht, tritt in Kraft.

 

25. Februar

Auflösung Preußens durch das Alliierte Kontrollratsgesetz Nummer 46.

 

10. März - 24. April

Moskauer Konferenz zwischen den Außenministern Frankreichs, Großbritanniens, der UdSSR und den USA: Die Bemühungen der Besatzungsmächte um eine gemeinsame Deutschlandpolitik scheitern.

 

12. März

Truman-Doktrin: Die USA sagen ihre Hilfe zu für die in ihrer Unabhängigkeit bedrohten freien Völker.

 

15. März

General Clay wird US-Militärgouverneur in Deutschland und übernimmt das Kommando über die US-Streitkräfte in Europa.

 

18. Mai

Annahme der Verfassungen in den französisch besetzten Ländern (Süd-)Baden und Württemberg-Hohenzollern durch Volksentscheid, zugleich Landtagswahlen in beiden Ländern.

 

5. Juni

US-Außenminister Marshall kündigt ein Hilfsprogramm für den Wiederaufbau Europas an (Marshall-Plan).

 

6. - 8. Juni

Die Münchener Ministerpräsidentenkonferenz erörtert die wirtschaftliche Einheit und den politischen Zusammenschluß Deutschlands.

 

24. Juni

Wahl von Leo Wohleb (BCSV/CDU) zum Staatspräsidenten von (Süd-) Baden.

 

8. Juli

Wahl von Lorenz Bock (CDU) zum Staatspräsidenten von Württemberg-Hohenzollern.

 

25. November - 15. Dezember

Londoner Außenministerkonferenz: endgültiges Scheitern einer gemeinsamen Deutschlandpolitik aller Besatzungsmächte. Die Westmächte gehen dazu über, ihre jeweilige Zone ohne Berücksichtigung der Sowjetischen Besatzungszone wiederaufzubauen.

 

 

1948

 

6. März

Die Sechs-Mächte-Konferenz in London (unter Beteiligung der Beneluxstaaten, aber ohne Sowjetunion) beschießt ein föderatives Regierungssystem eines westdeutschen Staates.

 

20. März

Die sowjetische Delegation verläßt den Alliierten Kontrollrat: Ende der Viermächte-Verwaltung für Deutschland.

 

21. Juni

Einführung der D-Mark-Währung in den drei Westzonen und in Westberlin.

 

23./24. Juni

Warschauer Konferenz der osteuropäischen Außenminister unter Molotow: Formierung des Ostblocks.

 

26. Juni

Beginn der Berlin-Blockade durch die Sowjetunion. Luftbrücke der Westmächte sichert die Versorgung der Stadt mit lebenswichtigen Gütern. Die Blockade endet am 12. Mai 1949.

 

1. Juli

Die Militärgouverneure der drei Westzonen übergeben mit den "Frankfurter Dokumenten" Grundzüge der staatlichen Neuordnung an die Ministerpräsidenten der elf westdeutschen Länder.

 

2. August

Erstes Treffen der Regierungschefs von Württemberg-Baden, Württemberg-Hohenzollern und (Süd-) Baden auf dem Hohenneuffen zur Neugliederung des deutschen Südwestens.

 

10. - 23. August

Verfassungskonvent berät auf Herrenchiemsee die Vorentwürfe eines Grundgesetzes.

 

13. August

Wahl von Gebhard Müller (CDU) zum Staatspräsidenten von Württemberg-Hohenzollern.

 

1. September

Konstituierung des Parlamentarischen Rates in Bonn.

 

 

1949

 

19. März

Der Volksrat der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) beschließt die Verfassung für eine "Deutsche Demokratische Republik".

 

8. April

Washingtoner Abkommen: Ablösung der Militärregierungen durch Hohe Kommissare und Erweiterung der Bi-Zone um das Französische Besatzungsgebiet (Tri-Zone).

 

23. Mai

Verabschiedung des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland.

 

14. August

Wahl zum Ersten Deutschen Bundestag.